Sommer/Herbst 2018

„Ich habe die Wahl, entweder wütend auf Gott zu sein für das, was ich nicht habe, oder dankbar für das, was ich habe.“

– Nick Vujicic

Letzte Woche hatten wir die Chance 40 Teenager, junge Erwachsene und Eltern von unseren Tageszentren zu einem Vortrag von Nick Vujicic, dem Mann von dem dieser Ausspruch stammt, einzuladen. Nick lebt von Geburt an ohne Arme und Beine und ist eine Inspiration und Ermutigung für tausende Menschen in der ganzen Welt – ein lebender Beweis, dass man auch mit limitierten Ressourcen etwas aus seinem Leben machen soll.

Das trifft ja auch in gewisser Weise auf viele der Kinder und Familien zu, mit denen wir täglich arbeiten. Es ist unser Anliegen, ihnen zu helfen, den Blick von den Problemen und Einschränkungen weg und hin auf die Möglichkeiten, die Gott jedem schenkt, zu lenken.

Im vergangenen Sommer hatten wir viele Gelegenheiten diese Gedanken an die Menschen, mit denen wir arbeiten, weiterzugeben und sie in ihre Herzen zu pflanzen. In diesem Rundbrief sollen diese Ereignisse kurz beschrieben werden.

In der ersten Juniwoche fuhren wir mit einem Team von sechs jungen Mädels für eine Woche nach Moldawien/Gagausien. Wir haben dort gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort in christlichen Gemeinden Veranstaltungen für Kinder abgehalten. Wir sind davon überzeugt das diese Hilfseinsätze in kleinen Teams eine super Möglichkeit sind, Gaben und Fähigkeiten zu entdecken und zu fördern. Die Begegnungen mit anderen Kulturen und Gemeinschaften erweitern den Horizont und machen dankbar. Das Fazit dieser Reise: Wir haben mehr Segen empfangen als wir austeilen konnten.

Ebenfalls im Juni habe ich (Nicole) unseren Verein bei der Jahreskonferenz von Eurodiaconia in Polen vertreten. Es war ein toller Anlass unsere Arbeit vorzustellen, von den Kollegen aus vielen anderen Ländern zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

Kaum zurück in Odessa, ging es in die letzte Phase zur Vorbereitung unserer diesjährigen Sommercamps. Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Arbeit luden wir 20 Familien zu einem dreitägigen Urlaub ans Schwarze Meer ein. Das erste Familiencamp war ein voller Erfolg. Es war eine Freude zu sehen, wie die Eltern und Großeltern aufblühten. Bei gemeinsamen Bibelarbeiten und Mahlzeiten, beim Spielen im Freien und am Strand, beim gemeinsamen Lagerfeuer und Austausch, konnte man sich davon überzeugen, dass in jedem Herzen eine Sehnsucht nach einem gesunden Familienleben ist. Familie ist eine Gabe Gottes an die Menschen. Eine Mutter schrieb am Schluss des Camps: “Ich habe mich das erste Mal in meinem Leben, als Mensch gefühlt.” Im nächsten Sommer planen wir wieder eine Freizeit für Familien – diesmal sicher mit mehr als 70 Teilnehmern.

Nach einer Woche Pause startete unser Sommercamp für Kinder und Jugendliche, die regelmäßig unsere Tageszentren in Odessa und Petrovka besuchen. Über 130 Personen verbrachten eine gesegnete Woche unter dem Thema “Verwurzelt sein”. Eine Sache fiel sowohl unserem ukrainischen Team als auch den Gästen aus Luxemburg auf – der friedliche und freundschaftliche Umgang der Kinder miteinander. Das ist eine Frucht, der täglichen Arbeit, die wir besonders in solchen Veranstaltungen, wo wir alle zusammenkommen sehen können. Die Kinder haben gelernt, dass wie eine große Familie sind, in der für jeden genug da ist. Das ermutigt uns sehr. Wir möchten an dieser Stelle ganz herzlich der All Nations Church in Luxemburg danken, die mit ihren großzügigen Spenden, die beiden Camps möglich gemacht haben.

Im Juli ging es weiter mit einem Hilfseinsatz unserer Freunde aus Zwickau in Petrovka. Wie immer ging es sowohl ums Beten als auch ums Arbeiten – eine wertvolle Kombination. In diesem Jahr wurde das Thema aus dem Sommercamp aufgegriffen. Neben dem Anbau eines schicken Kräutergartens mit selbstgebautem Gartenzaun und einem neuen Dach für unser Gartenhäuschen sprachen wir darüber, dass das Prinzip von Saat und Ernte auch in unserem Leben funktioniert. Es war eine sehr gesegnete Zeit für uns alle in dem wir als Gemeinschaft noch enger zusammengewachsen sind. Auch für den Ort selbst ist es ein positives Zeugnis, dass sich in den 5 Jahren, seit es unser Zentrum gibt, auch äußerlich vieles verändert. Wir sind eben nicht nur für die armen Kinder dort, sondern inzwischen auch eine Anlaufstelle für viele Dorfbewohner, die Rat und Hilfe suchen. So konnten wir im September eine Ausgabe von Hilfsgütern organisieren und bedürftige Familie suchten sich Kleidung und Schuhe aus, mit der sie jetzt gut für den Winter gerüstet sind.

In den letzten beiden Augustwochen stand noch ein weiteres Highlight des Sommers an. Mit einer Gruppe von 40 Leuten machten wir uns auf den Weg ins Erzgebirge. Auch drei Kinder, die nach Beginn des Krieges im Osten der Ukraine mit ihren Eltern nach Odessa und Petrovka fliehen mussten, konnten wir mitnehmen. Diesmal wurden wir liebevoll im Bethlehemstift in Neudorf aufgenommen. Wir genossen zwei wunderbare Wochen dort mitten im Wald, machten tolle Ausflüge und feierten einen Freundestag mit vielen lieben Freunden und Unterstützern, die zum Teil eine weite Anreise auf sich genommen hatten. Vielen Dank an alle, die durch ihren praktischen Einsatz, ihre finanziellen und materiellen Gaben und durch ihren Besuch zum Gelingen dieser Zeit beigetragen haben!

Die Reise nach Deutschland war auch der Abschluss des Freiwilligendienstes für Lea Held und Christin Otto. Fast ein ganzes Jahr haben sich die beiden in die Arbeit von Lebendige Hoffnung eingebracht, sei es mit Deutsch- und Englischunterricht, Flöten- und Klavierstunden oder bei den vielen praktischen Arbeiten die täglich anfallen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Christin und Lea und wünschen ihnen für ihre Zukunft Gottes Segen!

Im September begann nach drei Monaten Sommerferien wieder die Schule. Vielen Kindern konnten wir mit Schulmaterialien, Ranzen und Schulkleidung helfen, und so einen guten Start ermöglichen. In allen drei Zentren sind die vorhandenen 40 Plätze voll belegt. Auch in diesem Jahr bereichern zwei junge Deutsche unser Team: Mirjam Neubert aus dem Erzgebirge und Nico Schwarzbauer aus Bayern. Beide haben sich in den vergangenen zwei Monaten schon gut bei uns eingelebt und sind bereits nach kurzer Einarbeitung eine große Hilfe in unseren Tageszentren. Nico und Mirjam schreiben auch einen Blog über ihre Zeit in Odessa. Über die folgenden Links kommt ihr auf die entsprechenden Seiten: MIRJAM & NICO.

Im Oktober haben wir zusammen ein großes Erntedankfest gefeiert und auch der Jahrmarkt in den Herbstferien war für viele Kinder ein lang herbeigesehnter Tag.

Neben den vielen schönen Momenten, treffen wir täglich auch auf viele Herausforderungen. So werden wir zum Beispiel immer wieder von kranken Menschen um finanzielle Unterstützung gebeten, die wir aber nur in Ausnahmefällen – wenn es sich um die Eltern unserer Kinder oder um Mitarbeiter handelt, leisten können. Außerdem ist es nicht immer leicht zu akzeptieren, dass nicht alle Jugendlichen oder Eltern die Chancen, die sich ihnen bieten, nutzen wollen. In all dem entscheiden wir uns immer wieder nicht wütend, sondern dankbar zu sein.

In unserem Jahresbericht, den Ihr Ende Dezember von uns bekommt, werden wir noch ausführlicher über die Ereignisse und Entwicklungen 2018 berichten. Es gibt auch ein paar spannende Neuigkeiten!

Für heute möchten wir mit einem herzlichen Dankeschön enden. Wir erfahren viel Ermutigung durch persönliche Besuche, Mails, Anrufe, durch Eure Spenden und Fürbitte. Danke für Eure Treue und Großzügigkeit!

Möge Gott Euch reichlich segnen!

In tiefer Verbundenheit

Slavik und Nicole mit Rebekka und Sarah sowie die Kinder, Familien und Mitarbeiter von Lebendige Hoffnung Odessa & Petrovka


Kontakt: Nicole und Slavik Borisuk, Tel: +380674851620, borisuk@web.de
Lebendige Hoffnung e.V.
IBAN: DE77870540003442001004
SWIFT: WELADED1STB

Nicole Borisuk

Nicole Borisuk

Leiterin „Lebendige Hoffnung Odessa"

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